
Die Tage werden merklich kürzer. Morgens liegt vielleicht schon ein feiner Nebel über den Wiesen, die ersten Blätter verfärben sich und in den Gärten und auf den Feldern zeigt sich noch einmal die ganze Fülle des Jahres.
Mit der Herbst-Tagundnachtgleiche erreichen wir einen besonderen Wendepunkt im Jahreskreis: Licht und Dunkelheit begegnen sich, bevor die dunkle Jahreshälfte beginnt.
Heute wird dieser Zeitpunkt im modernen Jahreskreis häufig Mabon genannt. Doch anders als oft zu lesen ist, handelt es sich dabei nicht um ein überliefertes altes keltisches Fest. Der Name Mabon für die Herbst-Tagundnachtgleiche ist viel jünger.
Und genau das finde ich spannend.
In diesem Artikel erfährst du, was hinter Mabon steckt, was bei der Herbst-Tagundnachtgleiche geschieht und welche Bedeutung diese besondere Zeit heute für uns haben kann. Außerdem gebe ich dir einige einfache Rituale und Impulse mit, mit denen du diese Zeit ganz ohne Druck für dich gestalten kannst.
Inhaltsverzeichnis
- Mabon – wenn der Herbst beginnt
- Was geschieht bei der Herbst-Tagundnachtgleiche?
- Ist Mabon wirklich ein altes keltisches Fest?
- Woher kommt der Name Mabon?
- Mabon ap Modron – die Gestalt aus der walisischen Mythologie
- Mabon als Sonnenfest im Jahreskreis
- Die zweite Ernte – Äpfel, Trauben, Nüsse und die Fülle des Herbstes
- Gleichgewicht von Licht und Dunkelheit – und was das für uns bedeuten kann
- Dankbarkeit und die eigene Ernte des Jahres
- Loslassen – die Natur zieht sich zurück
- Typische Symbole und Farben zu Mabon
- Pflanzen oder Baum des Herbstes – hier würde ich etwas auswählen, das wirklich zu dir und deiner Arbeit passt
- Räuchern zur Herbst-Tagundnachtgleiche
- Mabon-Rituale für deinen Alltag
- Ein kleines Natur-/Waldbaden-Ritual zum Gleichgewicht
- Häufige Fragen zu Mabon
- Fazit – zwischen Licht und Dunkelheit
1. Wann feiern wir Mabon?
Mabon wird rund um die Herbst-Tagundnachtgleiche, meist am 22. oder 23. September, gefeiert.
Astronomisch betrachtet ist die Tagundnachtgleiche ein ganz bestimmter Moment: Die Sonne überquert den Himmelsäquator. Von nun an werden bei uns auf der Nordhalbkugel die Nächte länger als die Tage.
Der Begriff Tagundnachtgleiche lässt vermuten, dass Tag und Nacht an diesem Datum exakt zwölf Stunden dauern. Ganz so genau ist es allerdings nicht. Durch verschiedene astronomische Faktoren und die Lichtbrechung in unserer Atmosphäre ist der helle Tag etwas länger.
Trotzdem ist die Vorstellung von Licht und Dunkelheit im Gleichgewicht ein wunderschönes Bild für diesen Wendepunkt im Jahr.
2. Mabon – ein Sonnenfest im Jahreskreis
Im heute verbreiteten Jahreskreis gehört Mabon zu den vier Sonnenfesten.
Dazu zählen:
- die Frühlings-Tagundnachtgleiche,
- die Sommersonnenwende,
- die Herbst-Tagundnachtgleiche,
- die Wintersonnenwende.
Dazwischen liegen die vier sogenannten Zwischen- oder Feuerfeste Imbolc, Beltane, Lughnasadh und Samhain.
Vielleicht hast du meinen Artikel über Lughnasadh – das Schnitterfest https://www.ausgleich-pur.de/lughnasadh-das-schnitterfest/ gelesen. Dort beginnt die Erntezeit. Das Getreide wird geschnitten und wir dürfen wahrnehmen, was aus all dem geworden ist, was im Frühjahr gesät wurde.
Zu Mabon ist die Erntezeit weiter fortgeschritten.
Äpfel hängen schwer an den Zweigen. Birnen, Trauben, Nüsse, Kürbisse und viele andere Früchte werden reif. Die Natur zeigt noch einmal ihre Fülle, während gleichzeitig bereits der Rückzug beginnt.
Das macht diese Jahreszeit für mich so besonders:
Fülle und Abschied existieren gleichzeitig.
3. Ist Mabon wirklich ein altes keltisches Fest?
Hier möchte ich etwas genauer hinschauen, denn im Internet wird Mabon häufig als uraltes keltisches Jahreskreisfest beschrieben.
Historisch lässt sich das so jedoch nicht belegen.
Die Herbst-Tagundnachtgleiche selbst ist natürlich kein modernes Phänomen. Menschen beobachteten den Lauf der Sonne und die Veränderungen der Jahreszeiten schon lange vor unserer heutigen Zeitrechnung. Auch Ernte, Vorratshaltung und der Dank für die Gaben der Natur spielten für unsere Vorfahren eine wichtige Rolle.
Mabon als Name für ein Fest zur Herbst-Tagundnachtgleiche ist jedoch neueren Ursprungs.
Es gibt keine historischen Belege dafür, dass die Kelten zur Herbst-Tagundnachtgleiche ein Fest namens Mabon gefeiert haben. Die Bezeichnung wurde erst im 20. Jahrhundert Teil des modernen neuheidnischen Jahreskreises.
Das bedeutet nicht, dass die Menschen früher zu dieser Jahreszeit nicht gefeiert oder Erntebräuche gepflegt hätten. Aber wir sollten zwischen alten Erntebräuchen, dem astronomischen Ereignis der Tagundnachtgleiche und dem heutigen Jahreskreisfest Mabon unterscheiden.
Mir ist diese Unterscheidung wichtig.
Denn ich finde, wir müssen eine Tradition nicht älter machen, als sie tatsächlich ist, damit sie für uns wertvoll sein darf.
Gerade der Jahreskreis darf etwas Lebendiges sein: eine Möglichkeit, den Wandel in der Natur bewusster wahrzunehmen und daraus eigene Rituale für unser heutiges Leben entstehen zu lassen.
4. Woher kommt der Name Mabon?
Der Name geht auf Mabon ap Modron, eine Gestalt der walisischen Überlieferung, zurück.
Die Verbindung seines Namens mit der Herbst-Tagundnachtgleiche entstand allerdings erst in den 1970er-Jahren.
Der amerikanische Autor und Religionswissenschaftler Aidan Kelly https://www.patheos.com/blogs/aidankelly/2017/05/naming-ostara-litha-mabon/?utm_source=chatgpt.combeschäftigte sich damals mit einem Kalender für moderne pagane Feste. Für einige Stationen des Jahreskreises fehlten ihm passende Namen.
Für die Herbst-Tagundnachtgleiche wählte er schließlich den Namen Mabon.
Kelly erklärte später selbst, dass er nach einer mythologischen Erzählung gesucht hatte, die für ihn zu diesem Punkt des Jahres passen könnte. Dabei stieß er auf die walisische Geschichte von Mabon ap Modron.
Über Veröffentlichungen innerhalb der neuheidnischen Bewegung verbreitete sich der Name und wurde mit der Zeit zu einer geläufigen Bezeichnung für das Fest zur Herbst-Tagundnachtgleiche.
Mabon als Jahreskreisfest ist damit keine unverändert überlieferte keltische Tradition, sondern Teil einer modernen spirituellen Tradition, die ältere Mythologie, Naturbeobachtung und neuere Rituale miteinander verbindet.
Und vielleicht dürfen wir auch das einfach so stehen lassen.
Neu bedeutet schließlich nicht bedeutungslos.
5. Die Herbst-Tagundnachtgleiche – ein Moment der Balance
Was mich an dieser Zeit besonders berührt, ist das Bild des Gleichgewichts.
Licht und Dunkelheit stehen sich gegenüber.
Danach gewinnt die Dunkelheit Tag für Tag ein wenig mehr Raum.
Vielleicht fällt es uns manchmal schwer, die dunklere Jahreszeit willkommen zu heißen. Wir verbinden Licht häufig mit Aktivität, Lebensfreude und Wachstum – Dunkelheit dagegen eher mit Rückzug und Stillstand.
Doch die Natur bewertet nicht.
Sie zeigt uns:
Beides gehört zusammen.
Wachsen und Ruhen.
Festhalten und Loslassen.
Aktivität und Stille.
Licht und Dunkelheit.
Vielleicht darf Mabon deshalb auch eine Einladung sein, dein eigenes Gleichgewicht einmal anzuschauen.
Wo ist dein Leben gerade sehr voll?
Wo wünschst du dir mehr Ruhe?
Und was brauchst du, damit sich beides wieder etwas ausgeglichener anfühlen kann?
Du musst darauf nicht sofort eine Antwort haben.
Manchmal reicht es schon, die Frage eine Weile mit sich zu tragen.
6. Mabon und die eigene Ernte
Im Frühjahr haben wir vielleicht Pläne geschmiedet, Wünsche formuliert oder etwas Neues begonnen.
Nun dürfen wir zurückblicken.
Was ist daraus geworden?
Dabei muss deine persönliche Ernte nichts Großes sein.
Vielleicht hast du etwas gelernt, das dir vorher schwergefallen ist.
Vielleicht hast du eine Entscheidung getroffen.
Vielleicht hast du besser auf deine Grenzen geachtet.
Vielleicht gab es einen Menschen, der dich begleitet hat.
Oder du hast eine schwierige Zeit durchgestanden und erkennst erst jetzt, wie viel Kraft dich das gekostet hat.
Wir sind oft sehr schnell dabei, zum nächsten Ziel weiterzugehen.
Mabon kann uns daran erinnern, einen Moment innezuhalten.
Nicht sofort weiter.
Erst einmal schauen:
Was ist da?
7. Dankbarkeit – ohne dass alles schön sein muss
Dankbarkeit wird häufig mit Mabon verbunden.
Dabei bedeutet Dankbarkeit für mich nicht, dass wir alles positiv sehen müssen.
Ein Jahr kann gleichzeitig reich und schwierig gewesen sein.
Vielleicht ist etwas Schönes entstanden und etwas anderes musste gehen. Vielleicht hast du etwas erreicht und bist trotzdem müde. Vielleicht gab es Verluste, Enttäuschungen oder Pläne, die sich nicht erfüllt haben.
Auch das gehört zu unserer Ernte.
Dankbarkeit darf klein sein.
Vielleicht bist du heute dankbar für eine warme Tasse Tee.
Für einen Menschen.
Für deinen Körper, der dich durch den Tag trägt.
Für einen Baum, unter dem du gerne sitzt.
Für ein Gespräch.
Oder einfach dafür, dass du gerade einen Moment Zeit für dich hast.
Du musst nichts erzwingen.
8. Mabon und das Loslassen
Während wir Menschen häufig versuchen festzuhalten, macht die Natur im Herbst etwas anderes.
Sie lässt los.
Blätter verändern ihre Farbe und fallen irgendwann zu Boden. Pflanzen ziehen ihre Kräfte zurück. Samen lösen sich und werden weitergetragen.
Nichts davon geschieht plötzlich.
Der Rückzug beginnt langsam.
Vielleicht ist das eine schöne Erinnerung für uns:
Auch wir müssen nicht von heute auf morgen loslassen.
Manches braucht Zeit.
Du kannst dich zu Mabon fragen:
Was möchte ich nicht mit in die dunklere Jahreshälfte nehmen?
Das kann eine Verpflichtung sein, die längst nicht mehr zu dir passt.
Ein Anspruch an dich selbst.
Eine Gewohnheit.
Oder einfach der Gedanke, immer funktionieren zu müssen.
Vielleicht möchtest du etwas davon ein kleines Stück lockerer halten.
Das reicht.
9. Typische Symbole für Mabon
Da Mabon in seiner heutigen Form ein modernes Jahreskreisfest ist, sind auch viele der heute damit verbundenen Symbole moderne Zuordnungen oder stammen aus unterschiedlichen Erntebräuchen.
Typisch für diese Jahreszeit sind zum Beispiel:
- Äpfel und Birnen
- Weintrauben
- Nüsse und Eicheln
- Getreide und Ähren
- Kürbisse
- Hagebutten und Beeren
- buntes Herbstlaub
- Samen und Zapfen
- Körbe als Symbol der Ernte
- Kerzen in warmen Herbstfarben
Bei den Farben passen für mich besonders Rot, Rostorange, Gold, Braun und dunkles Grün.
Du brauchst daraus natürlich nichts Besonderes zu gestalten.
Schon ein Apfel, ein schönes Blatt oder eine Handvoll Eicheln von deinem Spaziergang können dich an diese Jahreszeit erinnern.
10. Der Apfel – ein Symbol der Fülle
Wenn ich an den September denke, gehören Äpfel für mich einfach dazu.
Vielleicht kennst du diese alten Apfelbäume, deren Äste sich unter der Last ihrer Früchte nach unten biegen.
Der Apfel passt wunderbar zu Mabon, weil er die Fülle dieser Jahreszeit sichtbar macht.
Und er lädt uns ein, mit allen Sinnen wahrzunehmen.
Wie fühlt sich seine Schale an?
Wie riecht er?
Welche Farbe hat er?
Wie klingt es, wenn du hineinbeißt?
Wie schmeckt er?
Eine solche kleine Übung klingt vielleicht unspektakulär. Doch gerade das bewusste Wahrnehmen über unsere Sinne kann uns dabei unterstützen, aus dem Gedankenkarussell wieder mehr ins Hier und Jetzt zu kommen.
11. Ein kleines Mabon-Ritual für deine persönliche Ernte
Für dieses Ritual brauchst du nur Papier, einen Stift und vielleicht eine Kerze.
Nimm dir einen ruhigen Moment.
Wenn du magst, zünde eine Kerze an und atme einige Male bewusst ein und aus.
Dann schreibe drei Überschriften auf dein Blatt:
Das durfte wachsen.
Dafür bin ich dankbar.
Das darf langsam gehen.
Nimm dir für jeden Satz ein paar Minuten Zeit.
Schreibe auf, was dir spontan einfällt. Es müssen keine besonders tiefgründigen Antworten entstehen.
Wenn du fertig bist, lies dir deine Worte noch einmal in Ruhe durch.
Vielleicht möchtest du anschließend nur den Teil „Das darf langsam gehen“ zerreißen oder verbrennen – natürlich nur an einem sicheren Ort.
Oder du lässt einfach alles so stehen.
Auch ein Ritual muss nichts Spektakuläres sein.
Seine Wirkung liegt manchmal einfach darin, dass wir uns bewusst Zeit für etwas nehmen.
12. Mabon in der Natur – eine kleine Waldbaden-Übung
Natürlich darf bei mir auch der Wald nicht fehlen.
Gerade jetzt verändert sich dort unglaublich viel.
Nimm dir für diese Übung etwa 20 bis 30 Minuten Zeit und gehe möglichst ohne festes Ziel los.
Gehe langsam.
Viel langsamer, als du normalerweise gehen würdest.
Schau dich um und suche unterwegs nach drei Zeichen für Fülle.
Vielleicht entdeckst du Früchte, Samen, Pilze oder einen Baum voller Eicheln.
Danach suche nach drei Zeichen für Rückzug oder Loslassen.
Ein verfärbtes Blatt.
Eine leere Samenkapsel.
Ein kahler Zweig.
Bleibe anschließend an einem Ort stehen, an dem du dich wohlfühlst.
Spüre deine Füße auf dem Boden.
Atme.
Und frage dich:
Wo brauche ich gerade mehr Fülle – und wo vielleicht weniger?
Du brauchst keine Antwort zu finden.
Nimm die Frage einfach mit auf deinen weiteren Weg.
13. Ein einfaches Dankbarkeitsritual
Wenn du Mabon gerne feiern möchtest, brauchst du keinen Altar und keine aufwendige Zeremonie.
Vielleicht bereitest du dir einfach eine kleine Mahlzeit aus Lebensmitteln zu, die gerade Saison haben.
Ein Apfel.
Ein Stück Brot.
Kürbis.
Nüsse.
Trauben.
Bevor du isst, halte für einen Augenblick inne.
Schau dir an, was vor dir liegt.
Wie viele Schritte waren notwendig, bis diese Lebensmittel auf deinem Tisch angekommen sind?
Erde, Regen, Sonne, Wachstum, Ernte – und natürlich auch die Arbeit vieler Menschen.
Dann beginne ganz bewusst zu essen.
Langsam.
Mit allen Sinnen.
Vielleicht ist genau das dein Mabon-Ritual.
14. Die dunklere Jahreshälfte beginnt
Nach der Herbst-Tagundnachtgleiche werden die Nächte länger.
Wir bewegen uns weiter in Richtung Samhain und schließlich auf die Wintersonnenwende zu.
Die Natur zieht ihre Kräfte immer mehr nach innen.
Vielleicht dürfen auch wir unseren Rhythmus ein wenig verändern.
Das bedeutet natürlich nicht, dass unser moderner Alltag plötzlich langsamer wird, nur weil draußen Herbst ist.
Termine bleiben Termine.
Arbeit bleibt Arbeit.
Der Wäscheberg interessiert sich herzlich wenig für den Jahreskreis.
Aber vielleicht können wir uns kleine Inseln schaffen.
Ein paar Minuten früher das Licht dimmen.
Eine Kerze anzünden.
Abends einen Tee trinken, ohne gleichzeitig aufs Handy zu schauen.
Eine Runde durch den Wald gehen.
Oder einfach einmal früher ins Bett gehen.
Nicht als weitere Aufgabe auf deiner To-do-Liste.
Sondern als kleine Erlaubnis, dem natürlichen Wunsch nach Rückzug etwas mehr Raum zu geben.
15. Was Mabon uns heute schenken kann
Für mich liegt die Bedeutung von Mabon nicht darin, möglichst genau nachzustellen, wie Menschen vor Tausenden von Jahren möglicherweise gefeiert haben.
Zumal wir vieles davon schlicht nicht wissen.
Ich mag den Jahreskreis vielmehr als Einladung, wieder bewusster wahrzunehmen, was draußen in der Natur geschieht – und was davon vielleicht auch in uns selbst anklingt.
Mabon erinnert mich an drei Dinge:
Wahrnehmen, was gewachsen ist.
Dankbar sein für das, was da ist.
Langsam loslassen, was nicht mitkommen muss.
Und dazwischen liegt dieses kurze Gleichgewicht von Licht und Dunkelheit.
Vielleicht müssen wir Balance gar nicht dauerhaft erreichen.
Vielleicht reicht es, immer wieder zu bemerken, wenn wir sie verloren haben – und uns dann ein kleines Stück in unsere Mitte zurückzubewegen.
17. Mein Fazit zu Mabon
Mabon ist ein vergleichsweise junges Fest im modernen Jahreskreis.
Der Name wurde erst in den 1970er-Jahren für die Herbst-Tagundnachtgleiche verwendet. Die Erfahrungen, die dahinterstehen, sind dagegen sehr viel älter: der Wandel der Jahreszeiten, die Ernte, die Vorbereitung auf den Winter und die Beobachtung von Licht und Dunkelheit.
Für mich schmälert die moderne Entstehung des Festes seine Bedeutung nicht.
Im Gegenteil.
Wir müssen eine Tradition nicht älter machen, als sie ist, um uns von ihr berühren zu lassen.
Vielleicht gehst du in den nächsten Tagen einmal bewusst nach draußen.
Schau, was die Natur gerade hervorbringt.
Und schau auch, was sie bereits loslässt.
Dann frage dich:
Was ist deine ganz persönliche Ernte dieses Jahres?
Und gibt es etwas, das du mit dem beginnenden Herbst ein kleines bisschen leichter werden lassen möchtest?
Wenn du magst, erzähl mir gerne in den Kommentaren, was Mabon oder die Herbst-Tagundnachtgleiche für dich bedeutet.
